Givenchy - sachliche, fast minimalistische Silhouetten

Hubert de Givenchy wollte eigentlich Jurist werden, doch glücklicherweise besuchte er im Alter von 10 Jahren die Weltausstellung von 1937 in Paris, wo er Stunden im Pavillon der großen Couturiers verbrachte. Dies bewegte ihn dazu, an der Pariser Akadémie des Beaux-Arts Modedesign zu studieren und 1952 dann seinen ersten eigenen Salon in Paris zu eröffnen. 

Die daraufhin folgende Präsentation seiner ersten Kollektion war wie ein Schock für die damalige, luxusverwöhnte Welt der Haute Couture: statt teurer Materialien wie Seide, Kaschmir oder Damast setzte Givenchy auf günstige Baumwollstoffe. Die Reaktionen darauf waren jedoch triumphal. Man könnte also meinen, Givenchy hätte mit vollem Kalkül auf günstige Stoffe gesetzt; die Wahrheit jedoch war, dass ihm in jungen Jahren schlichtweg die finanziellen Mittel fehlten, teurere Materialien für die Fertigung zu kaufen.

Doch die Modewelt war verliebt und schon bald zeigten sich auch prominente Kundinnen von der schlichten Eleganz seiner Mode fasziniert.

1954 hatte dann das US-Filmstudio Paramount einen Termin für Audrey Hepburn bei Givenchy vereinbart. Er sollte sie für den Film Sabrina einkleiden. Givenchy hatte sich zunächst jedoch im Namen geirrt, er hatte Katharine Hepburn erwartet, dessen Fan er auch war. Doch statt dessen erschien die kleine, zierliche Audrey. Aber schon bald freundeten sich beide eng an, eine Freundschaft, die ein ganzes Leben halten würde. Nach Sabrina bestand Audrey darauf, auch zukünftig nur noch von Givenchy eingekleidet zu werden. Eines der berühmtesten Kleider von Givenchy ist somit auch das berühmte "Kleine Schwarze", dass Audrey Hepburn in "Frühstück bei Tiffany" trug.  

Klare, sachliche Linienführung im romantischen Gothic-Look

Hubert de Givenchy war bekannt für seine grellen Farben, riesigen Hüte und aufgeplusterten Ärmeln. Sein Nachfolger Riccardo Tisci, der seit 2005 als Creative Director bei Givenchy tätig ist, zieht jedoch eher sanftere Farben vor. Was ihn jedoch mit seinem Vorgänger verbindet: Tisci liebt den klaren, sachlichen Look, den Hubert de Givenchy einst eingeführt hatte. 

Aber Riccardo Tisci setzt auch eigene Akzente. So zum Beispiel führte er den Nieten-Look ein, der inzwischen Markenzeichen des Labels wurde. Die Nieten ergänzen den minimalistischen Look des Hauses als interessantes Detail. Somit hat Tisci es geschafft, sowohl der Linie seines Vorgängers treu zu sein, gleichzeitig aber auch etwas ganz eigenes für Givenchy zu erschaffen. 

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